Ein Blick hinter die Werkstatttore

Familienbetrieb mit Tradition und Zukunft
Im Rahmen der Praktikumstage Hessen 2026 begleiteten wir unser Innungsmitglied, die Auto Grimm OHG in Trebur, bei einem Praktikumstag. Dabei wurde schnell deutlich: Solche Angebote sind weit mehr als reine Berufsorientierung. Sie eröffnen jungen Menschen Einblicke in Berufsfelder, mit denen sie sonst möglicherweise nie in Berührung gekommen wären.
Die Auto Grimm OHG blickt auf eine über 50-jährige Unternehmensgeschichte zurück und wird heute in dritter Generation von Colin Grimm (33) geführt. Nach seinem Abitur arbeitete er zunächst als Bankberater, bevor er sich nach der Corona-Pandemie entschied, in den Familienbetrieb zurückzukehren und die Leitung zu übernehmen. Besonders bemerkenswert: Trotz seiner Rolle als Geschäftsführer absolviert er aktuell eine Umschulung zum Fahrzeuglackierer und plant im kommenden Jahr den Meistertitel zu erwerben. Geschäftsführer und Azubi zugleich – eine Kombination, die man nicht alle Tage findet. Das Unternehmen beschäftigt 25 Mitarbeitende und legt großen Wert auf ein familiäres Miteinander, Menschlichkeit und gegenseitige Unterstützung. Einige Beschäftigte engagieren sich darüber hinaus ehrenamtlich, beispielsweise in Vereinen oder bei der Feuerwehr. Ausgebildet wird in den Berufen Fahrzeuglackierer/in, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in sowie Kfz-Mechatroniker/in. Besonders stolz ist der Betrieb auf seinen ersten Auszubildenden mit dem Schwerpunkt Hochvoltfahrzeuge. Ziel ist es, die eigenen Auszubildenden langfristig zu übernehmen und den Betrieb aus den eigenen Reihen weiterzuentwickeln. Für Colin Grimm ist die Ausbildung junger Menschen eine wichtige Investition in die Zukunft des Unternehmens.
Die Auto Grimm OHG hat einen sehr guten Ruf weit über Trebur hinaus. Der Betrieb ist Mitglied in drei unserer Innungen sowie im Gewerbeverein Trebur und beteiligt sich regelmäßig an Sitzungen und Veranstaltungen wie dem Kfz-Stammtisch. Für Colin Grimm ist klar: Vernetzung ist das A und O. „Präsent sein und gesehen werden“ lautet dabei die Devise. Der kontinuierliche Austausch sei ein wichtiger Schlüssel für die Zukunft des Handwerks.
Praktikumstage als Chance für beide Seiten
Seit 2024 beteiligt sich die Auto Grimm OHG an den Praktikumstagen und wurde bereits im ersten Jahr unter die TOP 100 Betriebe gewählt. Geschäftsführer Colin Grimm beobachtet, dass inzwischen zunehmend Gymnasiastinnen und Gymnasiasten teilnehmen, die oft wenig Berührungspunkte mit dem Handwerk haben. Für ihn liegt genau darin der Wert des Projekts: Die Praktikumstage zeigen jungen Menschen Berufe, die sie bei ihrer Berufswahl möglicherweise gar nicht auf dem Schirm hatten. Zwar entstehen daraus nicht immer die Auszubildenden von morgen, doch sie schaffen Orientierung, bauen Vorurteile ab und wecken Interesse für das Handwerk. Besonders erfreulich ist aus Sicht des Unternehmens die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. Nach den Herausforderungen der Corona-Jahre gehen wieder mehr Bewerbungen ein, häufig auch mit einer höheren Qualität. Für Colin Grimm sind die Praktikumstage deshalb ein wichtiger Baustein, um junge Menschen frühzeitig zu erreichen und für handwerkliche Berufe zu begeistern.
Die meisten Nachwuchskräfte gewinnt die Auto Grimm OHG über längere Schülerpraktika. Dort lernen sich Betrieb und Jugendliche intensiv kennen und können gemeinsam herausfinden, ob der Beruf und das Unternehmen zueinander passen. Neben fachlichem Interesse zählen für Grimm vor allem Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft mitzudenken. Entscheidend seien dabei auch die Unterstützung durch Familie und Schule sowie ein Umfeld, das junge Menschen bei ihrer beruflichen Orientierung begleitet.
Vom Praktikum zur Ausbildung & erste Einblicke ins Handwerk
Ein Beispiel dafür ist Emilio. Schon früh wusste er, dass er beruflich etwas mit Autos machen möchte. Durch mehrere Praktika, unter anderem bei der Auto Grimm OHG, gewann er wertvolle Einblicke und entschied sich schließlich dort für eine Ausbildung. Besonders motivierend sei für ihn, die Ergebnisse seiner Arbeit direkt sehen zu können. An seinem Ausbildungsbetrieb schätzt er vor allem die familiäre Atmosphäre sowie den respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. Für seine Ausbildung wünschen wir Emilio viel Erfolg und einen guten Einstieg ins Berufsleben.
Auch der Praktikant, den wir an diesem Tag begleiten durften, nutzt die Praktikumstage, um verschiedene Berufsfelder kennenzulernen. Angemeldet wurde er von seiner Mutter, die sich gut vorstellen kann, dass ihr Sohn später eine Ausbildung im Handwerk absolviert. Er selbst hat bereits Praktika im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik gemacht und konnte im Rahmen der Praktikumstage weitere Betriebe kennenlernen. Eine Ausbildung kann er sich durchaus vorstellen. Aktuell tendiert er jedoch zunächst zum Abitur und möglicherweise anschließend zu einem Studium.
Handwerk hat Zukunft
Auch Themen wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz spielen im Handwerk eine immer größere Rolle. Für Colin Grimm steht jedoch fest: „Handwerk stirbt ja nicht aus.“ Im Gegenteil: Moderne Fahrzeugtechnik, Hochvoltsysteme und digitale Prozesse zeigen, wie vielseitig und zukunftsorientiert das Kfz-Handwerk heute ist. Junge Menschen erwartet ein Berufsfeld mit guten Entwicklungsmöglichkeiten, sicheren Perspektiven und vielfältigen Karrierewegen. Die Auto Grimm OHG zeigt eindrucksvoll, wie traditionelles Handwerk und modernes Unternehmertum erfolgreich zusammenwirken. Mit ihrem Engagement in der Ausbildung und bei den Praktikumstagen leistet sie einen wichtigen Beitrag, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern und Fachkräfte von morgen zu gewinnen.
Vielen Dank für diesen wertvollen Einblick.

